Leben

Vierjährige bekommt versehentlich „Kindercocktail“ mit Alkohol

© Unsplash / Helio Ha

Der Brite Mark Thomas vom Blog „The Honest Father“ („Der ehrliche Vater“) erlebte dieses Jahr eine vorweihnachtliche Überraschung der etwas anderen Art:

Er musste seiner vierjährigen Tochter Evelyn während ihres ersten Alkoholrauschs beistehen – inklusive Kater am nächsten Morgen!

Wie kann das sein, fragt ihr euch? Wie kann man einer Vierjährigen nur Alkohol geben? Das fragt sich auch Mark bis heute!

Am Abend des 20. Dezember verteilte die dreiköpfige Familie Thomas ihre Weihnachtsgrußkarten in der Nachbarschaft. Um die kleine Evelyn zu motivieren, versprachen Mark und seine Frau, anschließend Burger essen zu gehen.

Gesagt, getan. Nachdem sie die letzte Karte heimlich in den Briefkasten befreundeter Nachbarn geworfen hatten, machten sie sich auf in ein Restaurant der britischen Kette Frankie and Benny’s.

Weil Evelyn so gut mitgemacht hatte, durfte sie sich einen Kindercocktail (!) aus der Kinderkarte (!) aussuchen. Was die Kellnerin brachte, sah auch genau so aus wie der bestellte Kindercocktail. Doch was keiner wusste:

An der Bar wurde dem kleinen Mädchen versehentlich ein „echter“ Drink mit Wodka und Pfirsichlikör gemixt.

Das schicksalhafte Getränk wurde jedoch in einem speziellen Glas und mit einem speziellen Strohhalm serviert, wie sie laut Frankie und Benny’s nur für Kindercocktails verwendet werden. Niemand hatte also einen Grund, misstrauisch zu werden.

Doch hat Evelyn den Alkohol nicht geschmeckt? Mark beschreibt es in seinem Blogbeitrag so:

„Denkt daran, sie war bereits den ganzen Weg zum Restaurant durstig und als der Drink kam, griff sie den Strohhalm und trank in großen Schlucken wir es nur durstige Kinder tun.

Sie hatte schon ein Drittel getrunken, dann erst brach sie ab und machte das ‚Eurgh‘ Geräusch, das sie immer macht, wenn sie sich wegen etwas anstellt.“

Mark und seine Frau sagten Evelyn, sie solle sich nicht so anstellen, schließlich liebe sie Fruchtsaft. Nach ein paar weiteren, angewiderten Schlucken gab Evelyn jedoch auf.

In diesem Moment kam die Kellnerin gelaufen, die soeben von der verheerenden Verwechslung erfahren hatte. Doch es war zu spät – das halbe Glas war ja bereits leer.

Noch war Evelyn nichts anzumerken. Also warteten ihre Eltern ab und gaben ihr intuitiv Flüssigkeit und etwas zu Essen.

Wenige Minuten später jedoch beginnt Evelyn auf der Sitzbank zu tanzen und zu singen, torkelt und erzählt auf der Toilette ihrem Spiegelbild Witze.

Mark und seine Frau fuhren daraufhin sofort mit ihrer Tochter nachhause und rufen den ärztlichen Notdienst an. Dieser rät ihnen, das Mädchen in der Kinderklinik durchchecken zu lassen.

Nach einigen Tests  rät ihnen der behandelnde Arzt im Krankenhaus jedoch, Evelyn ihren Rausch einfach ausschlafen zu lassen. Er bereitet die Eltern auch darauf vor, dass die Kleine am nächsten Tag einen gehörigen Kater haben wird.

Mark und seine Frau bleibt also nichts weiter übrig, als ihrer Tochter sorgenvoll beizustehen, während ihr kleiner Körper den Alkohol abbaut – mit all den unangenehmen Nebenwirkungen, die dazu gehören. 

Vom Restaurant hat Mark inzwischen eine Entschuldigung erhalten und das Angebot für ein kostenloses Essen – was jedoch die Wut des Vaters verständlicherweise nicht besonders gemildert hat:

„Es war ein krasser Fehler – damit so etwas passiert, musste jemand einen Cocktail für Erwachsene mixen und ihn in ein Kinderglas mit einem Kinderstrohhalm füllen.

Das war nicht ok, ich war jetzt richtig wütend. Ich frage mich an welcher Stelle es bemerkt wurde – hat ein Erwachsener einen Kindercocktail bekommen und sich darüber beschwert?“

„Ich schrieb ihnen dazu eine Twitter Direktnachricht. Sie entschuldigten sich – natürlich.

Sie boten uns eine kostenlose Mahlzeit an. Das hat mich richtig sauer gemacht.

Man erwartet von einem Restaurant eine kostenlose Mahlzeit, wenn sie die Bestellung falsch bringen oder das Essen bereits kalt ist.

Aber man bietet keine kostenlose Mahlzeit an, wenn man ein vierjähriges Kind betrunken gemacht und einen Besuch in der Notfallambulanz bis 1 Uhr morgens verursacht hat.“

Mark Thomas ist weiterhin in Gesprächen mit Frankie und Benny’s, um eine passende Kompensation für das Leid seiner Tochter zu verhandeln. Wie weit er dabei gehen wird, hält er sich noch offen.

Die Kellnerin nimmt er jedoch in Schutz und will sich dafür einsetzen, dass sie ihren Job behält.

Das Restaurant jedoch werden Mark und seine Familie nicht mehr besuchen. Die Erinnerungen an die sorgenvolle Nacht, in der seine Vierjährige ihren ersten unfreiwilligen Alkoholrausch erlebte, sind zu schlimm, als dass sie dort noch einmal essen könnten.