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So sieht mein Bauch nach der Schwangerschaft aus – was hilft?

Der Bauch von Mama Jolina, vier Monate nach Geburt

„Ich bin seit vier Monaten eine glückliche Mama. Aber in den letzten Wochen meiner Schwangerschaft ist meine Haut gerissen, und jetzt hängt und schwabbelt mein Bauch und sieht schlimm aus. Ich bin sehr deprimiert deswegen, da ich erst 18 bin und mein Körper schon vollkommen mitgenommen aussieht. Vor meiner Schwangerschaft war ich relativ schlank, aber ab dem vierten Schwangerschaftsmonat habe ich immer mehr zugenommen, am Ende waren es fast 30 Kilo. Die Streifen kamen erst im neunten Monat, aber dann wurden es von Tag zu Tag mehr. Alle meine Freundinnen sehen nach der Geburt fast wieder aus wie vorher, nur ich nicht. Was kann ich denn tun?“

Diese Frage hat uns Mama Jolina geschickt, und wir haben eine echte Koryphäe auf dem Gebiet der kosmetischen Dermatologie gefragt, was ihr jetzt helfen könnte: Dr. Hans-Peter Schoppelrey vom Haut- und Laserzentrum an der Oper in München, der schon viele Mamas mit ähnlichen Fragestellungen behandelt hat:

„Jolinas Fall ist leider ausgeprägt – das kommt auch nicht so häufig vor. Sie hatte einfach Pech, weil vieles zusammen kam:

– Sie ist jung, und bei jungen Frauen sind die Hormonschwankungen, die auch die elastischen Fasern der Haut sehr empfindlich machen, stärker ausgeprägt als bei „älteren“ Mamas. Wenn die Hormonschwankungen stärker sind, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Haut reißt.

– Sie war vorher eher zierlich und hat viel zugenommen – irgendwann kann die Haut das nicht mehr aushalten und reißt. Obwohl das auch genetisch bedingt ist – bei manchen reißt die Haut bereits bei geringerer Gewichtszunahme. Aber auch wenn man nicht zu Dehnungsstreifen neigt – wenn die Haut durch zu viel, zu schnelles Zunehmen zu sehr gedehnt wird, hält sie auch bei den genetisch Bevorteilten nicht stand. Aber: Wer schon in der Pubertät Dehnungsstreifen bekommen hat, hat auch eine stärkere Tendenz dazu in der Schwangerschaft.

Die gerissenen elastischen Fasern in der Haut können bei der Heilung teilweise durch Kollagenfasern „ersetzt“ werden. Bei manchen funktioniert das sehr gut. Bei manchen, und Jolina gehört leider dazu, repariert das der Körper nicht so leicht. Auch das ist genetisch bedingt.

Zuerst einmal die gute Nachricht: Die dunklen Streifen werden heller und damit weniger sichtbar – das dauert aber etwa ein Jahr. Wenn Jolina sich konsequent gesund ernährt und die Schwangerschaftspfunde am Bauch noch verliert, wird sich die Haut zusammenziehen – auch das wird helfen, die Streifen weniger sichtbar zu machen. Das ist ganz oft für viele Mamas schon ein akzeptables Ergebnis. Man braucht nur Geduld.

Es gibt leider keine Creme, mit der man Schwangerschaftsstreifen wegcremen kann. Es sind Narben, und die werden bleiben. Die Kombination aus Koffein und Algenextrakten in verschiedenen Cremes kann alle anderen Behandlungen nur etwas unterstützen.

Aber die kosmetische Dermatologie bietet einige Treatments, mit denen ich eine bis zu 50%ige Verbesserung erreichen kann. Das ist zwar auch nicht der Original-Bauch, aber wenn die Patientinnen mit Sport und Ernährung mithelfen, können wir den Bauch sogar zu 75% wieder herstellen. Und das ist gut, ich habe schon viele Patientinnen behandelt, die darüber sehr glücklich und dankbar waren. Denn viele Mamas haben einen hohen Leidensdruck durch die Streifen. Nicht jede Frau kann akzeptieren, dass das nun der Preis für ein kleines Baby ist. Auch der Satz, man solle nicht so eitel, sonder eher dankbar sein, hilft nicht gerade.

Diese Treatments gibt es, welche davon im einzelnen Fall am besten helfen, kann nur ein Arzt entscheiden:

Rio-Methode: Dabei wird jeder einzelne Dehnungsstreifen behandelt. Das klingt schlimmer, als es ist: Man geht mit einer Nadel in den Streifen und „ritzt“ quasi die Kollagenfasern an. Durch diese kleine Verletzung werden sie angeregt, mehr Kollagen zu produzieren um die Verletzung zu heilen – dadurch wird der Streifen schmaler.
Kosten: ca. 750 Euro

Needling: Dabei rollt man mit einem kleinen Roller mit winzig kleinen Spitzen über die Haut – auch hier sorgen kleine Verletzungen, diesmal von außen, für Kollagen-Aufbau und schmalere Streifen. Kosten: ab ca. 200 Euro.

Vampir-Methode: Dabei wird Blut abgenommen, dann werden die Blutplättchen und Wachstumsfaktoren daraus gelöst und wieder unter die Haut gespritzt – auch dadurch werden die kollagenbildenden Bereiche stimuliert und die Streifen ziehen sich zusammen.

– Von außen kann außerdem noch eine Laser, Ulthera- oder Radiofrequenzbehandlung helfen – dabei zieht sich das ganze Gewebe etwas zusammen. Kosten: ab ca. 200 Euro pro Behandlung, muss allerdings mehrmals wiederholt werden, daher gibt es Paketangebote um ca. 1000 Euro.

Fettabsaugung: Optisch hilft es sehr, wenn die Haut nicht nach vorn gedrückt wird – auch wenn die Haut nie wieder so straff wie vorher wird, hilft es für die Wahrnehmung der Streifen, wenn der Bauch flacher ist. Wem es nicht gelingt, die oft störrischen Pfunde am Bauch zu verlieren, für den könnte das eine Option sein. Kosten: ca. 3500 Euro.“