Leben

Keine Lust auf Sex? Warum das so (normal) ist

unsplash / Becca Tapert

Es ist verdammt nochmal nicht immer leicht, „Nein!“ zu sagen. Erst recht nicht, wenn es um Sex geht. Ein heikles Thema. Allzu leicht fühlt sich der Partner zurückgewiesen und enttäuscht.

Zuallererst: Ja, wir Mamas mögen Sex. Sehr sogar!

Aber manchmal haben wir einfach keine Lust. Aus diversen Gründen. Und dieses „Manchmal“ wird „Oft“, wenn man kleine Kinder hat. Seien wir ehrlich: Ein beliebter Standardsatz zur einfachen und schonenden Abfuhr lautet: „Schatz, heute nicht. Ich bin müde!“ Auch nicht perfekt, aber den Klassiker mit der Migräne nimmt einen ja eh keiner mehr ab…

Aber mal im Ernst: Was steckt eigentlich wirklich dahinter, wenn wir auf diesen Satz zurückgreifen? Mehr, als man auf den ersten Blick sieht, aber nichts, für das man sich schämen müsste. Wir Mamas sind schließlich auch nur Menschen.

Wir haben hier einige Deutungen gesammelt, damit wir besser einschätzen können, was mit uns los ist. 

„Ich bin zu gestresst.“
Mamas müssen funktionieren. Den ganzen Tag. Und oft auch große Teile der Nacht. Entertainer, Pflegekraft, Köchin, Sängerin – all diese Rollen können zutiefst erschöpfen. Wenn dann abends die Kinder im Bett sind und die Wohnung aufgeräumt, sehnen wir uns nach Entspannung. Endlich möchte mal keiner etwas von uns! Und dann will er mit Sex… Ja, miteinander schlafen kann eine wunderbare Entspannungshilfe sein. Aber eine heiße Badewanne, eine Klatschzeitschrift oder ein Toilettenbesuch ohne Kind sind das auch.

„Ich weiß jetzt schon, dass das Baby mittendrin wach wird!“
Manche Kinder haben eine feine Antenne dafür, wenn Mama und Papa „es“ tun. Es ist doch so: Sind sie erstmal eingeschlafen, kann der Pizzabote sturmklingeln oder ein ganzes Tablett mit Gläsern fällt um – wir bekommen fast einen Herzkasper, die Mäuse schlafen weiter. Aber wehe, es wird gerade ein bisschen heiß im Ehebett! Das Baby fängt an zu schmatzen und rekelt sich, um langsam wachzuwerden. Oder das Kleinkind steht an der Tür und hat schlecht geträumt. (Warum zur Hölle hat man eigentlich jemals diese Gitter vom Bett abmontiert!?). Im besten Fall können wir uns und eventuell weiter Beweisstücke schnell unter der Decke verstecken, im schlechtesten müssen wir scheinbar cool erklären, dass Papa Mama nur eine sehr, sehr anstrengende Turnübung gezeigt hat. All das ist so peinlich, dass schon die reine Vorstellung davon wirklich abtörnend ist.

„Ich fühle mich so hässlich.“
Für uns Mamas ein großes Thema: Eine Schwangerschaft und eine Geburt verändern unseren Körper. Das ist logisch und ein Zeichen dafür, was er geleistet hat. Unser Partner ist meist nicht so streng mit uns. Aaaber: Trotzdem hätten wir es gerne anders. Hier ein bisschen straffer. Da deutlich dünner. Dort viel… Und schon sind wir mitten drin in den Selbstzweifeln. Wie fühlen uns so unwohl in unserer Haut, dass wir gar nicht daran denken mögen, dass er uns nackt sieht und berührt.

„Es tut mir weh.“
Schmerzende Brustwarzen vom Stillen, Hämorrhoiden als unschönes Souvenir aus der Schwangerschaft oder eine trockene Scheide: Gerade als frischgebackene Mama können uns die Körperteile, ohne die guter Sex selten auskommt, ganz schön Beschwerden bereiten. Berührungen genau hier? Mögen wir uns gerade nicht vorstellen.

„Mir ist gerade mehr nach Romantik.“

Kommt unser Baby auf die Welt, sind wir voller Liebe. Unschuldigster Art. Beobachten wir, wie unser Partner mit dem Baby kuschelt oder er mitten in der Nacht leise zum Fläschchengeben aufsteht, damit wir schlafen können, möchte unser Herz vor Liebe bersten. Manchmal passen als Ausdruck dieser tiefen Liebein diesem Moment eine Umarmung, ein Streicheln oder eine liebevolle Massage besser als Sex. Das ist Männern schwer zu erklären. Aber so wahr.

„Ich bin müde!“ Jaaaa, na klar, manchmal muss man gar nichts in diesen Satz hineininterpretieren. Es stimmt einfach. Wer seit Wochen kaum mehr als zwei Stunden am Stück schläft, der ist natürlich müde. Und wie! Sex ist toll, aber Schlaf – kann tatsächlich noch viel toller sein.

Sorry, Jungs!