Leben

Reicht doch! Dieses Weihnachten gilt die 1-Geschenk-Regel

Meine neue Regel für das diesjährige Weihnachten: Jeder soll jedem in der Familie exakt ein Geschenk schenken, nicht mehr.

Der Hintergrund: Letztes Jahr war meine Tochter anderthalb Jahre alt, als sie ihr zweites Weihnachten erleben durfte. Sie ist, wie bereits im ersten Jahr, pünktlich zum 24. Dezember krank geworden. Doch ich bin mir gar nicht so sicher, ob das Fieber zum Heiligabend tatsächlich von einem Infekt herrührte oder eher von der überwältigenden Anzahl der Geschenke und der Aufregung. Meine Eltern, meine Schwester und meine Schwiegereltern waren eingeladen und jeder wollte das jüngste und süßeste Familienmitglied mit Geschenken überhäufen. Verständlich.

Die Geschenke unter dem Baum glichen dem Lager eines Versandhauses – es war einfach viel zu viel. Spätestens nach dem zehnten Geschenk, das meine Tochter auspackte (bzw. wir für sie auspackten), wurde klar, dass die Reizüberflutung zu groß war. Selbst ich als Erwachsene verspüre ein aufregendes Kribbeln, wenn ich vor meinen unausgepackten Geschenken sitze. Wie muss das auf einen kleinen Menschen wirken, der noch keine Lebenserfahrung sammeln konnte?!

Irgendwann stoppten wir das Geschenkeauspacken und beschlossen, die restlichen Pakete einige Tage später zu überreichen. Ich selbst hatte den Überblick darüber verloren, was sie alles bekommen hatte. Höchstwahrscheinlich liegen einige dieser Geschenke mittlerweile oben auf dem Dachboden in einer Kiste.

Wir sortierten irgendwann ihr Kinderzimmer aus, denn zu viel Spielzeug fördert nicht die Kreativität der Kinder, sondern ganz im Gegenteil, es führt zu Ungeduld und Konzentrationsverlust.

Mir fiel auf, dass sich meine Tochter nie lange mit etwas beschäftigen konnte: eine Minute mit dem Holzzug spielen, kurz zwei Plüschtiere aus der Kiste holen, dann wieder ein Buch halb durchblättern, zwei Minuten kneten und dann nach Malstiften verlangen, nur um dann wieder mit Lego zu spielen.

Weniger ist manchmal eben mehr.

Ich finde, eine Geschenk pro Person reicht. Foto: Unsplash / Ben White

Dieses Jahr kommt wieder die ganze Verwandtschaft zu Besuch. Ich bat die Großeltern und die Tante meiner Tochter exakt ein Geschenk mitzubringen und, wenn wir schon dabei sind, soll doch einfach jeder jedem nur ein Geschenk machen. Das sollte reichen. Viele von uns leben im Überfluss und sollten dankbar sein, dass wir ein Dach über den Kopf haben und zusammensein dürfen. Ich freue mich über ein Buch genauso wie über fünf. Meine Tochter freut sich über ein Obst-Set für ihre Kinderküche genauso wie über drei teure Blink-Blink-Spielzeuge und fünf Pullover.

Wenn ich an die letzten Jahre zurückdenke, endete das Weihnachtsshopping immer im Stress: Wenn ich meiner Mama noch dieses Tuch schenke, dann sollte ich aber Papa auch noch etwas schenken, sonst hat er nur ein Geschenk, und meinem Mann muss ich dann auch noch etwas besorgen, sonst schaut das mickrig aus, wenn ich ihm nur ein Geschenk unter den Baum lege. Und so weiter und so fort.

Dieses Jahr sollte das hoffentlich nicht passieren. Unser Weihnachten, unsere Regel: Pro Person ein Geschenk und fertig.

Ob sich wirklich alle daran halten? Ich bin gespannt…