Echte Mama Geschichten

„Die besten Geschenke zur Geburt: Das ist meine persönliche Wunschliste“

unsplash / colin maynard

„Wir haben 22 Rasseln. Ganz im Ernst. Keine einzige davon haben wir selbst gekauft. Irgendwie denkt anscheinend jeder, dass so eine Rassel ein tolles Geschenk zur Geburt ist. Ist es eigentlich auch.

Aber nachdem wir nun in wirklich jedem Raum unserer Wohnung, in der Wickeltasche und selbst im Auto mit den kleinen Dingern bestens ausgerüstet sind, verschwindet jede weitere geschenkte Rassel gnadenlos in einer Ikea-Kiste.

Dabei hoffen wir bei jedem neuen Geschenk auf etwas, das wir und natürlich unser Sohn Krümel – so sein Spitzname – gut gebrauchen können. Auf eine Spieluhr zum Beispiel. Denn ohne Witz: Wir haben zwar 22 Rasseln, aber nur eine einzige Spieluhr geschenkt bekommen. Und so muss letztere immer mit in die anderen Räume wandern.

Wer jetzt aber denkt, dass Spieluhren tolle Geschenke zur Geburt sind, der irrt. Denn was für uns die Rasseln sind, sind für andere vielleicht die Spieluhren. Und 22 Spieluhren braucht man selbst bei vielen Räumen und Zimmern nun auch wieder nicht. Dabei kann man werdenden und frisch gebackenen Eltern mit ganz einfachen Dingen eine echte Freude machen.

Hier mein Versuch, das Rassel-Schlaraffenland wieder ins Gleichgewicht zu bringen – und meine persönliche Wunschliste:

1. Kochen für die Familie 

Man kann sich als Schwangere noch so gut auf das Wochenbett vorbereitet haben, an einen Essensvorrat denken die Wenigsten. Dabei ist Essen eines unserer wichtigsten Grundbedürfnisse. Beim Stillen ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Aber ganz ehrlich: Als frisch gebackene Mama haben wir den Kopf ganz woanders und die Zeit, lange in der Küche zu stehen und zu schnippeln, sowieso nicht. Umso mehr freut man sich dann über leckere Hausmannskost, die einem Freunde und Familie vorbeibringen. Deswegen lautet die erste Geschenkidee: Bekocht die frisch gebackene Familie! Am liebsten das Essen schon fertig vorbeibringen (kleiner Tipp: einkochen!), dann bleibt auch die Küche sauber und alle sind entspannter.

2. Privaten Lieferservice spielen

Auch ein super Geschenk ist es, für die Familie den nächsten Einkauf zu übernehmen. Schon ein paar Tage nach der Geburt sind spätestens die ersten Sachen ausgegangen, und plötzlich braucht man dringend auch noch genau die eine Wundcreme. Mit einer Einkaufsliste bewaffnet können der beste Freund oder die Großeltern losziehen. Darüber freut sich sogar der Papa. Denn so kann er bei seinen Liebsten im Bett bleiben und wird vor dem alltäglichen Wahnsinn da draußen noch etwas länger geschützt. Besonders nett ist es natürlich, wenn der Einkauf noch finanziell übernommen wird.

3. Gutscheine schenken

Damit man nicht die 22. Rassel mitbringt oder aus Versehen den Strampler in der falschen Größe kauft, lohnt es sich, zum bewährten Gutschein zu greifen. Ich finde nicht, dass ein Gutschein unkreativ und langweilig ist. Denn am besten wissen doch die Eltern selbst, was ihr kleiner Krümel gerade am meisten braucht. Auch hier gilt es, noch einen entscheidenden Punkt zu beachten: Am besten sucht man der Familie einen Gutschein für einen großen Online-Shop aus und wählt nicht etwa ein kleines Geschäft am anderen Ende der Stadt. Sonst entsteht beim Einlösen vielleicht unnötiger Stress.

4. Unter fremden Tischen putzen

Kochen und einkaufen, ok! Die Steigerung davon ist, für jemand anderen zu putzen. Und genau deshalb ist es ein so wahnsinnig wertvolles Geschenk. Denn wer putzt denn wirklich gerne? Und dann noch für jemand anderen? Aber genau das ist für eine junge Familie im Wochenbett ein wahrer Traum. Einfach weiterkuscheln, während sich die Wäsche quasi von alleine wäscht, der Staubsauger durch die Wohnung flitzt und das Bad wieder in neuem Glanze erstrahlt. Denn dadurch schenkt man der Familie etwas ganz Wichtiges: Zeit für einander.

5. Fragen statt raten

Kinderspielzeug, Kleidung, Schnuller, Kosmetikartikel für Mama und Papa, Pralinen, Windeln, Blumen, Bücher und so weiter und so fort: Es gibt unzählige tolle Dinge, die man nach einer Geburt verschenken kann. Deswegen mein letzter Tipp: Die Familie selbst fragen, was sie gerade wirklich braucht. Vielleicht gibt es die eine Sache, die sie sich wünscht, die aber bisher nicht bei den Geschenken dabei war – wie bei uns die zweite Spieluhr.

Wenigstens weiß dann jeder, dass sein Geschenk nicht ungebraucht in einer Ikea-Kiste landet.“


Hier schreibt Kruemelina, Journalistin und Gründerin des Krümel Blogs. Woher die Namen der beiden stammen? Von dem Spitznamen ihres Sohnes! Der heißt Krümel, seitdem ihn seine Eltern das erste Mal im Ultraschall gesehen haben.