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Hyperemesis gravidarum: So haben Mamas ihre schwere Schwangerschaftsübelkeit erlebt

© Unsplash / Elizabeth Lies

Dir ist morgens öfter übel? Na klar, du könntest vielleicht schwanger sein. Dieser Gedankengang ist bei den meisten Menschen fest verankert.

Warum? Weil Übelkeit einfach das bekannteste Symptom für eine Schwangerschaft ist. Weit mehr als der Hälfte aller Schwangeren ist gerade in den ersten Schwangerschaftswochen richtig schlecht.

Das liegt daran, dass im ersten Trimester das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) besonders stark im Körper ansteigt. In vielen Fällen bessert sich die Übelkeit, je weiter die Schwangerschaft voranschreitet. Das liegt unter anderem daran, dass ungefähr ab Woche 12 die Plazenta die Versorgung des Kindes übernimmt und der Körper sich immer  besser auf die Schwangerschaft einstellt. Soweit so gut. Das hört sich alles „normal“ und nachvollziebar an.

Aber bei einigen Schwangeren läuft nicht alles nach Plan. Sie leiden nicht unter „normaler“, sondern unter einer richtigen schweren Schwangerschaftsübelkeit.

Eine richtig schwere Übelkeit wird fachlich „Hypernemesis gravidarum“ genannt und betrifft rund 0,5 bis 1 Prozent der Schwangeren. Ihnen ist extrem übel, und sie erbrechen mehrmals am Tag. Und das oft wochenlang! Woher das kommt, weiß man noch nicht.

Eine berühmte Mutter, die an „Hypernemesis gravidarum“ leidet, ist Herzogin Kate. Als sie mit Prinz George schwanger war, verbrachte sie sogar mehrere Tage im Krankenhaus. Sie ist gerade mit ihrem dritten Kind schwanger und angeblich geht es ihr momentan so schlecht, dass sie die Einschulung ihres Sohnes verpasst.

Eine schwere Schwangerschaftsübelkeit kann für Mutter und Kind durchaus gefährlich werden. Durch das starke und häufige Erbrechen kann es zu Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel kommen. Betroffene sollten deswegen immer einen Arzt aufsuchen!

Wir haben mit mehreren Mamas aus unserer Community gesprochen, die diese Krankheit erlebt und überstanden haben. Unsere Frage: Wie schlimm fühlt sich eine „Hypernemesis gravidarum“ wirklich an?

Das sind ihre (Leidens-)Geschichten:

„Ich war bis zum Tag der Geburt krank. Ganz ehrlich? Ich hatte nur fünf Tage, an denen ich mich nicht übergeben habe. Ansonsten habe ich mich an guten Tagen ca. zehn Mal und an schlechten Tagen ca. 30-40 Mal übergeben. Mir war 24 Stunden nonstop übel. Ich habe mich kaum noch aus dem Haus getraut. Und ich habe mich wirklich überall erbrochen. Im Supermarkt, in der U-Bahn, auf der Straße. Es war der reinste Horror. Bis heute sage ich, dass die extreme Übelkeit ein Grund dafür ist, warum ich nie mehr schwanger werden will.“

„Mein Arzt war ein Idiot. Er meinte nur zu mir: ‚Das ist halt so‘. Er war überhaupt nicht empathisch. Am Ende war ich während meiner Schwangerschaft zwei Mal im Krankenhaus, wegen der extremen Übelkeit. Ich habe auch alles ausprobiert: Globuli, Vomex, aber nichts hat geholfen. Auch Freunde und Bekannte hatten während dieser Zeit nur blöde Kommentare auf Lager. Ich glaube heute, dass niemand, der nicht schon einmal selbst an dieser Krankheit gelitten hat, nachvollziehen kann, wie unglaublich schlimm das ist. Ich hatte die ganze Zeit Angst um mein Kind.“

„Bei meiner Großen ging es in der 8. Woche los. In vier Wochen nahm ich 12 Kilo ab. Dann wurde ich in ein Krankenhaus eingeliefert und bekam sofort Infusionen. Die schwere Schwangerschaftsübelkeit hatte ich bis zum 6. Monat. Die ganze Zeit war ich schlapp und erledigt.“

„Ich litt von der 6. bis zur 27. SSW an sehr schwerer Schwangerschaftsübelkeit. Ich lag sogar eine Woche im Krankenhaus, damit ich nicht dehydrierte. In dieser Zeit nahm ich in zehn Tagen zehn Kilo ab. Die Ärzte haben mich mit Medikamenten behandelt. Ich habe knapp drei Wochen auf der Toilette gelebt, bis es mit den Medikamenten besser wurde. Zwischenzeitlich hatte ich Termine beim Frauenarzt, nur um am Tropf zu hängen, damit ich nicht ‚verwelke‘. Ich war soooo froh, als der Horror endlich vorbei war, aber es hat sich gelohnt, alles auszuhalten. Meine Tochter wird im Oktober ein Jahr alt.“

„Ich hatte es von der 10. bis zur 22. SSW. In diesen Wochen war ich zwei Mal im Krankenhaus und habe dort Infusionen bekommen. Danach bin ich weiterhin zur Akkupunktur gefahren. Was mir geholfen hat? Ich habe fünf kleine Mahlzeiten am Tag gegessen und alle säurehaltigen Speisen und Getränke gemieden. Und morgens habe ich sofort nach dem Aufstehen ein paar Tuk-Kekse gegessen, um den Blutzucker in Schwung zu bringen.“

„Ich habe in der Schwangerschaft täglich zwischen 20 und 40 Mal spucken müssen. Immer und überall und in jeder Situation. Egal, ob etwas im Magen war oder nicht. Beim Autofahren musste ich ständig anhalten.“

Wir fühlen mit allen Mamas!

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