Leben

Pinke Pusteblume: Dieses Buch war der letzte Wunsch der krebskranken Jacky

Es ist ein Buch, das zur Zeit in allen Facebook-Streams vorkommt und sogar die Bestsellerlisten erobert hat: Pinke Pusteblume. Dabei hat die Autorin selbst es nicht geschafft, einen Verlag zu finden, der ihre Geschichte druckt.

Es ist die Geschichte der alleinerziehenden Mutter Jacky Drappeldrey, die im Juni 2015 die Diagnose Brustkrebs bekam. Und dass das Buch doch in den Büchergeschäften zu kaufen ist, das ist das Werk von vielen Menschen, die Jacky mit ihren Worten tief bewegt hat.

facebook.com/pinkepusteblume/

Die 27-Jährige war schon länger in zahlreichen Mama-Gruppen auf Facebook aktiv und beliebt, bevor vor zwei Jahren das Leben, das sie kannte, jäh endete. Bei ihr wurde das triple negatives Mammakarzinom diagnostiziert. Das ist eine sehr aggressive Form von Brustkrebs. Sogleich wurde mit der Behandlung begonnen und Jacky fing an, in ihrem Blog namens „Pinke Pusteblume“ von ihrem Leidensweg zu erzählen. Sie klärte über ihre Krankheit auf, tauschte sich mit anderen Betroffenen aus und machte ihnen Mut – trotz ihrer eigenen, verzweifelten Lage.

Ihre Ausbildung musste Jacky abbrechen, ihre Tochter bekam von Anfang an mit, wie krank Mama war. Noch im Dezember, ein paar Monate nach der Diagnose, war Jacky trotzdem davon überzeugt, zu überleben: „Ich werde es schaffen!“

Durch Chemotherapien, Operationen und Bestrahlungen wurde ihr Karzinom zwar schließlich entfernt, doch im Juli 2016 entdeckten die Ärzte, dass der Krebs Knochenmetastasen gebildet hatte. Eine Heilung wurde damit unmöglich. Und so begann die ehemals lebenslustige Frau, ihre eigene Beerdigung und das künftige Leben ihrer Tochter zu organisieren. Sie fragte in ihren Lieblings-Gruppen nach Sprüchen für den Grabstein und sorgte dafür, dass ihre Tochter und Tante sich näherkamen – dort würde sie nach ihrem Tod leben.

facebook.com/pinkepusteblume/

Weil Jacky mit ihren lieben Worten und ihrer fröhlichen Art so viele Menschen berührte, fingen sie an, Spenden zu sammeln, schließlich begann auch Jacky, aktiv danach zu fragen. Mit dem Geld, das zusammenkam, bezahlte sie zunächst die Kosten für ihrer Behandlung, Kopftücher etc. Danach schenkte sie sich und ihrer Tochter eine schöne, letzte Zeit und erfüllte sich Wünsche. Sie gingen gemeinsam Pizza essen und ins Kino, sogar für eine Reise reichte das Geld nun!

Einen letzten Wunsch hatte sie sich aber noch nicht erfüllt: Ihre Geschichte sollte als Buch erscheinen, der Erlös sollte für ihre Tochter sein. So, so dachte sich Jacky, hätte ihr achtjähriges Mädchen eine längerfristige Einnahmequelle. Aber sie fand keinen Verlag für ihr Vorhaben.

Und dann kam der 29. Juli, an dem sie ihren Followern mitteilte, dass es nun so weit sei. Sie war zusammengebrochen. „Meine letzte Reise hat begonnen… Ich werde also definitiv meinen letzten Weg ins Hospiz antreten sobald sie ein Zimmer frei haben. Es kann jederzeit vorbei sein, die Ärzte geben mir noch Tage oder Maximal Wochen. “

Daraufhin nahmen ihre Fans die Sache in die Hand. Sie korrigierten und sortierten die Beiträge, die Jacky Drappeldrey in ihrem Blog geschrieben hatte und organisierten einen Verlag. Fast unmittelbar ging das Buch in den Druck – und schon jetzt ist es in zahlreichen Haushalten angekommen. Mit dem Titel „Pinke Pusteblume“ landete es auf Platz eins der Amazon-Bestseller-Liste.