Leben

Eine kurze Babypause ist gut für die Karriere? Falsch gedacht!

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Das kennen wir vermutlich alle: Mütter werden von der Gesellschaft für fast all ihre Entscheidungen bewertet.

Vor allem, wenn es um die Frage nach der Karriere geht. Gehen wir arbeiten, sind wir schlechte Mütter. Bleiben wir Vollzeit bei unseren Kindern, sind wir Übermütter oder gar einfach nur zu faul zu arbeiten.

Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin ging nun der Frage nach, was denn heutzutage eigentlich für gut befunden wird, wenn es um den beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit geht. Das Ergebnis:

Je kürzer die Babypause, desto schlechter der Ruf. 

Mütter etwa, die zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes zurück ins Berufsleben möchten, werden „noch heute als Rabenmütter bezeichnet und gelten als unsympathisch“, so Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) gegenüber dem Tagesspiegel.

Diese subjektive Wahrnehmung hat Auswirkungen: Mütter, die nur eine sehr kurze Babypause machen, werden statistisch gesehen sogar seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.

Offenbar wird bei der Meinungsbildung nicht hinterfragt, ob Frauen womöglich finanziell darauf angewiesen sind, schnell wieder arbeiten zu gehen – oder ob sie vielleicht sogar von ihrem Arbeitgeber dazu gedrängt wurden.

Frauen, die zwölf Monate in Elternzeit gehen, würden dagegen weniger stark bewertet und hätten in der Regel kaum Probleme beim beruflichen Wiedereinstieg. Männer würden weder bei einer kurzen noch bei einer längeren Elternzeit von bis zu einem Jahr kritisiert.

Wenigstens steht damit eines fest: Alle Mamas, die dachten, mit einem Jahr Babypause beruflich den Anschluss zu verlieren, können aufatmen – und die Zeit mit ihrem Baby einfach nur genießen.