Leben

„Rabenmütter“-Geschichten: Wir können es niemanden recht machen!

© Unsplash / Dakota Corbin

Liebe Mamas, lasst uns ganz ehrlich zu uns selbst sein: Wir können diesen Kampf nicht gewinnen.

Egal, was wir machen. Es wird immer irgendetwas angeblich falsch sein. VERDAMMT NOCH MAL. IMMER. Was auch immer wir tun, es wird jemand neben uns sitzen, der uns kritisiert. Oder seinen Senf dazu geben möchte. Wir sind echte Rabenmütter – jedenfalls in den Augen der anderen, weil…:

  • Wir stillen
  • Wir stillen nicht
  • Wir stillen zu oft
  • Wir stillen zu lange
  • Wir arbeiten
  • Wir arbeiten nicht
  • und und und

Die Liste ist endlos.

Doch lasst uns einfach zu unseren Entscheidungen stehen! Und auch wenn es schwer fällt, lasst uns darüber lachen. Nein, nicht über uns. Über alle, die meinen, sich das Recht herausnehmen zu müssen, über andere zu urteilen.

Natürlich macht es uns traurig und wütend. Und am liebsten würden wir schreien, wenn wieder jemand meint, alles besser zu wissen. Aber was wissen unsere Kritiker schon? Sie wissen nichts von uns. Sie wissen nicht, warum, wieso und weshalb wir etwas tun. Sie kennen uns nicht. Und sie kennen unsere Kinder erst recht nicht. Lasst uns beim nächsten blöden Spruch zuckersüß zurücklächeln (und wenn es gar nicht anders geht, auch den Mittelfinger ausstrecken) – wir müssen uns nicht verteidigen.

Lasst uns zusammenhalten – denn jede von uns macht angeblich irgendetwas „falsch“.

Lest selbst!

Echte Mamas haben uns ihre „Rabenmütter“-Geschichten erzählt:

„Seit mein Kind 9 Monate alt ist, gehe ich wieder arbeiten. Und seit dieser Zeit habe ich das Gefühl, von allen Seiten schief angeschaut zu werden. Meine Tochter ist während der Arbeitszeit bei ihrem Papa oder bei der Oma. Sie genießt diese Zeit. Sie ist wunderbar betreut. Trotzdem habe ich schon viele böse (sehr böse) Kommentare gehört. Viele verstehen nicht, dass ich gerne arbeite und nicht, weil ich es muss. Ich will arbeiten und meinem Kind geht es gut. Ich haben für mich entschieden, dass ich beides haben möchte. Familie und Beruf. Ich habe studiert und habe gerne mein eigenes Geld in der Tasche. Man weiß schließlich nie, was in der Zukunft alles passiert.“

„Ich musste mir schon so viele blöde Kommentare anhören. Als ich für mein Kind einen Reboarder-Kindersitz gekauft habe, sagte eine Freundin: ‚Kauf doch lieber einen günstigeren Sitz und gib das Geld für etwas Sinnvolleres aus‘. Ich bin mir sicher, wenn ich einen billigeren Autositz mit Fangarm gekauft hätte, hätte sie gesagt: ‚Bist du verrückt? Du musst unbedingt einen Reboarder kaufen.‘ Wie man es macht, man macht es verkehrt.“

„Ich stille meinen Sohn voll und alles klappt und wir sind sehr glücklich. Mein Sohn nimmt zu, ist aber schlank. Ihr könnt euch bestimmt denken, was ich mir anhören muss. Ständig werde ich gefragt, ob er denn auch wirklich satt wird. Und ob ich nicht doch auf Milchpulver umsteigen möchte. Mir wurde sogar schon einmal an die Brust gefasst. Eine Frau wollte teste, ob ich genügend Milch habe.“

„Ich wurde extrem angegriffen, sogar angefeindet, weil ich mich bei meinem zweiten Kind für einen Wunschkaiserschnitt entschieden habe. Meine erste Geburt war sehr traumatisch, und ich konnte mir einfach nicht vorstellen natürlich zu entbinden. Ich war innerlich blockiert und hatte panische Angst vor der zweiten Geburt. Wenn ich nur daran gedacht habe, fing ich an zu zittern und zu weinen. Ich hatte meine Gründe, mich für einen Wunschkaiserschnitt zu entscheiden.“

„Ich bin mit 40 Jahren noch einmal schwanger geworden und für viele Bekannte war ich ‚zu alt, um noch ein Kind zu bekommen‘. Verrückt, oder? Jeder wollte mitreden und hatte eine Meinung. Bei meinem ersten Kind war ich 38 Jahre und bei meinem zweiten Kind eben 40 Jahre alt. Ich denke, jeder sollte für sich selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für ein Baby ist. Meine zwei Mäuse halten mich jetzt eben jung und fit. Und jeder, der mein Alter nicht kennt, schätzt mich sowieso mindestens sechs Jahre jünger.“

„Mir wurde vorgeworfen, dass ich meine Tochter viel zu spät in den Kindergarten geben würde. Sie würde sich ohne Kita und andere Kinder nicht altersgemäß entwickeln und die sozialen Kontakte würden ihr fehlen. Ich will sie aber erst mit drei Jahren in die Kita geben. Bis dahin bin ich eben mit ihr zu Hause und gehe viel mit ihr raus und auf den Spielplatz. Wo ist denn das Problem? Ich genieße die gemeinsame Zeit mit meinem Kind.“

„Ich muss mir ständig anhören, dass ich viel zu jung Mutter geworden bin. Mit 24 Jahren. Ich würde so viel verpassen und hätte mein Leben ‚verpfuscht‘. Aber was die Leute nicht sehen: Ich hatte vor der Geburt meines Sohnes schon eine abgeschlossene Ausbildung und lebte in einer eigenen Wohnung. Ohne finanzielle Hilfe vom Staat. Ich stand auf eigenen Beinen und habe mir meine Tochter gewünscht. Ich wollte früh Mutter werden und finde es schön so, wie es ist. Momentan bin ich noch in Elternzeit, möchte aber in ein paar Monaten wieder arbeiten gehen. Und ich bin noch nie gerne feiern gegangen.“

„Ich habe mich von meinem gewalttätigen Freund getrennt, als unsere Tochter gerade mal ein Jahr alt war. Verwandte, Freunde und sogar Nachbarn haben gewettert: Ich solle doch erst eine Paarberatung machen. Ihm noch eine Chance geben und nicht alles wegwerfen. Es war unglaublich. Alle wussten, dass mich mein Ex-Freund geschlagen hat und trotzdem haben sie mich für die Trennung verantwortlich gemacht.“

Ich kann keine Kinder mehr bekommen. Punkt. Aber viele wollen es nicht wahrhaben, dass mein Kind ein Einzelkind bleibt. Und das nicht einmal freiwillig. Den heftigsten Spruch gab es mitten in einer Kita-Vorstellung von einer Bekannten über alle Reihen hinweg: ‚Habt ihr noch ein Kind geplant oder sind dir Kinder doch nicht so wichtig!?‘ Die Besserwisserei der anderen interessiert mich nach inzwischen vier Jahren Null. Im Gegenzug dazu verurteile ich keine andere Mama.“

„Ich wurde kritisiert, weil ich stille, weil Maximilian im Familienbett schläft und weil er keinen Schlafsack hat. Ich wurde kritisiert, wie ich koche und dass ich mein Kind nicht schreien lasse. Hab ich noch etwas vergessen? Bestimmt.“

„Wie sagte meine Frauenärztin passend: ‚Sobald man Schwanger ist, ist man automatisch eine Rabenmutter, irgendwas ist in den Augen anderer immer falsch.‘ Und ja, sie hatte recht.
‚Wie, du arbeitest immer noch im Krankenhaus!?‘ – Nur weil ich nicht auf ein Berufsverbot bestanden habe wie andere Kolleginnen.
‚Du willst SO noch in den Urlaub?‘ – Im 6. Monat schwanger und Outdoorurlaub in Frankreich.
‚Früher haben wir auch immer alles gegessen‘ – Ja, ich verzichte tatsächlich auf rohes Fleisch.
Und natürlich allerhand Tipps, ob gewollt oder nicht.
‚Der Kinderwagen ist aber groß/klein/hat komische Räder…‘
‚Pass nur auf, das dir dein Kind nicht auf der Nase herumtanzt, man muss ja nicht sofort aufspringen, wenn das Kind was hat.‘
‚Willst du wirklich so schnell wieder arbeiten? Dann brauchst auch gar keine Kinder.‘
Die Liste ist jetzt schon endlos, und ich bin gerade mal im siebten Monat mit meinem ersten Kind. Und ich habe die Befürchtung die Liste wird noch länger.“