Leben

Zeuge bloß kein Kind über Ostern! Eine Hebamme weiß, warum

@unsplash, Nathan Walker

Hört sich ja erst mal ziemlich unromantisch an – nur geschützter oder kein Sex an Ostern!

Ist aber kein Scherz, sondern hat einen ernsten Hintergrund!

Und zwar folgenden:

Wer in diesen Tagen ein Kind zeugt, hat den Geburtstermin um Weihnachten und Silvester. Wenn man von einer normalen Schwangerschaftsdauer von 280 Tagen oder 4 Wochen ausgeht, landet man… ja, genau… am Jahresende.

Das allein ist natürlich nicht schlimm, auch wenn die meisten Kids wahrscheinlich nicht so gerne am 24. oder 31. Dezember Geburtstag feiern.

Sondern: „Die Advents- und Weihnachtszeit sowie Silvester sind personalmäßig noch schlechter besetzt als der Rest des Jahres,“ warnt Hebamme Christine Niersmann auf Facebook.

„Viele freiberufliche Hebammen nehmen weniger Frauen, damit sie etwas Zeit für die eigene Familie haben, und in Kliniken gibt es über die Feiertage nur Notbesetzung im Kreißsaal.“

Stimmt das? Leider ja!

„Schon jetzt sind die Zustände alles andere als rosig,“ meint Christine.

Denn: Schon seit Jahren nimmt die Anzahl der frei beruflich arbeitenden Hebammen in Deutschland ab. Es wird für werdende Mütter immer schwieriger,  überhaupt eine Hebamme für Hausbesuche in der Schwangerschaft zu finden. Eine, die auch noch als Beleghebamme zur Geburt in die Klinik kommt? Fast unmöglich!

Statt den ersten großen Ultraschall im dritten Monat abzuwarten, wird vor allem in Ballungsgebieten vielen Schwangeren geraten, sich direkt nach der Zeugung eine Hebamme zu suchen.

Woran das liegt? Auf jeden Fall nicht daran, dass die Geburtshilfe kein schöner Beruf wäre. Eher: Die Bezahlung ist schlecht und die Summen für die Haftpflichtversicherung sind sehr hoch (mehrere Tausend Euro im Jahr).

„Um als freiberufliche Hebamme arbeiten zu dürfen, muss man zwei Voraussetzungen erfüllen: Man braucht eine Nummer von der gesetzlichen Krankenversicherung – und man muss selbst haftpflichtversichert sein. Und dies trifft aktuell auf weniger als 2500 Menschen zu“, weiß Maren Borgerding vom Hebammenverband. 2014 hatten noch 3500 Hebammen die Versicherung.

Also, was tun? Natürlich kannst du trotzdem ein Kind um Ostern zeugen. Es kommt, wenn es kommt. Oder eben ein paar Tage warten.

Wir wünschen dir auf jeden Fall schnell Erfolg!

Und frohe Ostern!