Kinder

5 Dinge, die ich als Mutter gut mache

© Chaos & Queen
© Chaos & Queen

Ein persönlicher Text von Mama Jule vom Blog „Chaos & Queen“.

Wir Eltern kritisieren ja gerne mal das, was die anderen tun, finden vielleicht die eigenen Wege besser.

Oder, wir gehen abends ins Bett, fühlen uns hundeelend, weil es ein „schlechter“ Tag war. Ein Tag, an dem wir nur geschimpft haben mit unserem Kind/unseren Kindern und es einfach nicht rund lief.

Solche Tage gibt es und muss es geben.

Heute zum Beispiel startete mein Tag gar nicht gut.

Das kleines Mädchen hatte gestern Abend einen neuen Schlafanzug angezogen. So einen kuscheligen Einteiler, von dem ich weder wusste, dass er bei uns in einer der Kellerkisten mit großen Kindersachen lag, noch, dass es solche „Strampler“ noch in Größe 104 gibt. Er war frisch gewaschen und kuschelig und sie wollte ihn gestern unbedingt anziehen. Mit dem Ausziehen verhielt es sich entgegengesetzt heute Morgen nicht so einfach. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, das Ding mit den gefühlten 100 Druckknöpfen alleine auszuziehen. Leider hatte sie das nicht kommuniziert und der Papa war schneller.

Das wiederum hatte zur Folge, dass schon zur frühen Morgenstunde bei uns ein ohrenbetäubender Lärm herrschte. Kein guter Start. Und es dauerte auch wirklich lange, bis das Kind nach mehreren Anläufen und einigen wieder zugeknöpften Stellen des Anzuges endlich bereit war, ihn auszuziehen und den weiteren morgendlichen Ablauf anzugehen.

Einige Stunden später kann ich darüber lachen. Aber ein entspannter Morgen sieht wirklich anders aus. Gerade an solchen Tagen sollte man sich vor Augen führen, was man als Mama oder Papa eigentlich gut macht.

Diese Frage zu beantworten finde ich auch gar nicht so einfach. Sicher mache ich Dinge gut. Und ich bin auch ziemlich überzeugt davon, dass ich eine gute Mama bin. Aber im Alltag ist einem das selten bewusst, weil man als Mama/Papa oft auch einfach nur funktioniert und alles als selbstverständlich ansieht, was man leistet.

Also musste ich gerade selber einmal innehalten und mir überlegen: Ja, was mache ich denn gut?

Liebe, Zeit  & Aufmerksamkeit schenken

Ich schenke meinem Kind so viel Liebe und Aufmerksamkeit wie irgend möglich. Natürlich gibt es Tage, an denen man auch andere Dinge erledigen muss und das Kind vielleicht im Alltag einmal etwas „hinten ansteht“, weil es gerade nicht anders geht. Aber meine Tochter bekommt viel Zuwendung, Aufmerksamkeit, körperliche Nähe und damit auch viele Kuscheleinheiten. Das fordert sie oft auch ein. Es ist schön, mit ihr im Arm auf dem Sofa zu sitzen und ein Buch zu lesen. Gestern saßen wir in Ihrem Kinderzimmer auf dem Fußboden, ganz eng aneinander gekuschelt und haben Sankt Martins Lieder gesungen. Einfach, weil sich die Situation ergeben hatte. Ich finde es wichtig, ihr zu zeigen und auch zu sagen, wie wichtig sie mir ist. Sie soll wissen, dass sie immer zu mir kommen kann, wenn sie Sorgen hat und Mama für sie da ist. Ich finde es wichtig, immer wieder Mama- Tochter- Zeit einzuräumen, in der wir ganz gezielt nur uns haben. Das kann Zeit zum Lesen, Kuscheln, Basteln oder Spielen sein…..

Abwechslung schaffen

Sofern wir an den Wochenenden Zeit haben, möchten wir unserer Tochter gerne auch etwas bieten. Das muss nichts teures sein, denn die Kinder sind ja bekanntlich mit ganz einfachen und banalen Dingen oft zufriedener als mit teuren Geschenken. Aber einfach mal rauskommen, als Familie. Am Rhein spazieren gehen, oder durch den Wald wandern. Manchmal reicht auch ein kleiner Spaziergang zu der Pferdekoppel um die Ecke. Oder ein gemeinsames Memoryspiel mit Mama und Papa. Familienzeit. An anderen Tagen planen wir auch einen Besuch im Zoo, eine Fahrt mit der Bimmelbahn im Park oder wir fahren mit der Seilbahn über den Rhein. Sowas geht natürlich nicht immer, aber es gibt auch genug Programm für Kleinkinder, das kostenfrei ist. Und selbst nach einem abenteuerlichen Herbstspaziergang fallen die Kinder oft glücklich ins Bett.

Ruhe bewahren

Das ist ein Thema, wo ich mich kaum traue, es hier hin zu schreiben. Denn wer mich kennt, der weiß, dass ich keinesfalls immer ruhig bleibe bzw. bleiben kann. Unsere kleinen Tyrannen können einen ja auch wirklich in den Wahnsinn treiben. Trotz allem behaupte ich von mir, dass ich in Streit-, Stress,- und Trotzsituationen immer zunächst versuche in Ruhe mit meinem Kind zu sprechen, auf sie einzugehen und mir erklären zu lassen, was jetzt gerade los ist und was aus Ihrer Sicht ggf. gerade ganz anders wahrgenommen wird. In vielen Situationen hilft das.

Selbstständigkeit fördern

Zugegeben, die Selbstständigkeit des eigenen Kindes zu fördern ist manchmal gar nicht so einfach. Ich meine, sie sollen alleine Essen und beschmieren damit den Tisch, den Stuhl und sogar den Fußboden. Das raubt Nerven und viele Eltern ziehen daher die saubere Variante vor. Sie sollen lernen sich alleine anzuziehen aber brauchen einfach unendlich lange. Trotzdem durfte meine Tochter bei uns sehr früh eigenständig essen, während sie bei Oma aufgrund der entstehenden Sauerei, am liebsten immer noch gefüttert wird. Sie wollte alleine essen und durfte es. Dadurch wurde sie schnell besser und möchte heute sogar oft mit Messer und Gabel essen, was ich mit 3 Jahren super finde. Klappt natürlich nicht immer, aber immer öfter. Meine Tochter möchte sich selber anziehen. Das dauert und erfordert auch einiges an Geduld. Aber es macht Sinn. Sie ist sehr ehrgeizig, wenn es etwas möchte und neigt auch gerne zu kleinen oder größeren Ausrastern, wenn es nicht direkt nach Plan läuft. Ich versuche dann, die Dinge zu erklären und ihr neue Anstöße zu geben, damit sie das „Problem“ selber löst.

Ich sein

Es ist schwierig, als Mama auch noch der Mensch zu sein, der man vor dem Mamadasein war. Und eigentlich ist man dieser Mensch ja auch gar nicht mehr. Denn das eigene Kind hat einen verändert. Vielleicht sogar zu einem viel besseren Menschen gemacht. Wichtig ist, dass man auch weiß, dass es einen selber auch noch gibt. Gerade in der Anfangszeit verliert man sich ein wenig, weil man durch Stillen und viel Zeit zu Hause sein „Ich“ ein Stück weit verliert. Ich finde es schön, dass ich einen Weg gefunden habe, auch „Ich“ zu sein, meinen Sport zu treiben, mich mit Freunden zu treffen, auszugehen und auch mal über Dinge zu sprechen, die sich nicht immer nur ums Kind drehen. Das ist nicht immer einfach. Aber wichtig.

Natürlich klappen meine Ideen und guten Ratschläge nicht immer und es gibt Tage, da bin ich einfach völlig am Ende. Eine gute Mama oder ein guter Papa zu sein ist nicht einfach. Aber nachdem ich mit einer lieben Freundin über diesen Beitrag hier gesprochen habe, wurde mir bewusst, wie viele Dinge wir eigentlich tagtäglich gut machen, ohne sie bewusst wahrzunehmen. Wir lachen und weinen mit unseren Kindern, wir trösten sie, wir sind einfach rund um die Uhr für sie da. Und auch, wenn sie uns den letzten Nerv rauben, lieben wir sie dennoch abgöttisch. Manchmal blödeln wir völlig albern über Dinge, die für Erwachsene fast schon peinlich peinlich sind. Ich gehe arbeiten und schaffe es, auch Haushalt und Familie unter einen Hut zu bekommen. Mal mehr, mal weniger. Aber, wenn ich mein Kind betrachte und beobachte, dann haben wir als Mama und Papa doch einiges richtig gemacht.

Und ja, wir dürfen abends früh und völlig fertig ins Bett fallen und dabei glücklich sein und denken: Wir machen das gut!

Eure Chaos & Queen

Dieser wunderschöne und wichtige Text stammt vom Blog „Chaos & Queen“. Wir danken herzlich dafür, dass wir ihn hier veröffentlichen dürfen. Klickt euch doch mal auf „Chaos & Queen“ durch. Es gibt dort tolle Texte zu entdecken!

blog-chaos-queen