15 Tipps, wie du im Familien-Alltag die Umwelt retten kannst

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber irgendwo zwischen dem halbverhungerten Eisbär und einer Schildkröte mit Plastiktüte um den Kopf, die über meinen Bildschirm trieb, hab ich Panik bekommen. Nicht nur wegen mir, ob meine Generation demnächst von Dürre oder Hochwasser geplagt wird, oder wir alle Krebs bekommen. Sondern wegen meiner kleinen Tochter, die, erst vor wenigen Jahren geboren, wohl fast noch hundert Jahre leben wird.

Das heißt jetzt nicht, dass ich ab da auf alle Annehmlichkeiten verzichtet, nie wieder in den Urlaub geflogen bin oder mein Essen selbst angebaut habe. Aber ich versuche wirklich, meinem Kind ein gutes Vorbild zu sein und nicht mehr so gedankenlos zu kaufen und zu konsumieren.

Denn wenn wir alle anfangen, ein bisschen was tun, helfen wir, dass die Erde auch für unsere Kinder und deren Kinder noch bewohnbar bleibt. Hier eine Liste mit Kleinigkeiten, die wirklich jeder gut im Alltag umsetzen kann:

In vielen Läden muss man mittlerweile für eine Plastiktüte bezahlen. Ok, ganz ehrlich, das nervt ein bisschen, aber hat zumindest mich bis jetzt immer dazu gebracht, das neu erstandene Teil noch in eine andere Tüte mit reinzuquetschen, statt wie vorher gedankenlos mit vier verschiedenen Plastikbeuteln nach Hause zu kommen. Noch besser: Immer einen Stoffbeutel oder so ein inzwischen wieder hippes Einkaufsnetz dabei haben.

Foto: Bigstock

Den Beutel am besten auch beim Supermarkt-Einkauf dabeihaben, denn wer denkt, mit der Papiertüte die umweltfreundlichere Variante zu wählen, liegt auch nicht richtig. Zwar kann man sie besser recyceln, aber für ihre Herstellung braucht man sehr lange Zellstoffasern, die man mit viel Wasser und Energie herstellen muss. Eine Plastiktüte ist mit weniger Ressourcenverbrauch herzustellen. Verrottet aber auch die nächsten hundert Jahre nicht. Nimm einfach einen Stoffbeutel mit.

Noch viel umweltfreundlicher kauft ein, wer sein Gemüse und Fleisch auf dem Wochenmarkt besorgt, denn dort ist es meist nicht in Folie verpackt. Man kann auch mit seinen eigenen Tupperdosen, Schraubgläsern etc. kommen, und wird tatsächlich nicht angeschaut, als wäre man verrückt. Habe ich selbst ausprobiert. Im Gegenteil, die Verkäufer finden das gut! Habe ich sogar im Supermarkt an der Käsetheke schon getestet.

Bei diesem Tipp muss ich zugeben: Voll schuldig! Ich benutzte Küchenrolle und Feuchttücher für alles. Wenn der Joghurt daneben gekleckst war, oder der verschmierte Kindermund meiner Tochter abgewischt werden musste, habe ich bis dato immer zu einem Papier- oder Feuchttuch gegriffen. Wir haben jetzt täglich einen frischen feuchten Waschlappen für Hände, Münder und auch den gelegentlichen Marmeladenklecks griffbereit, und gut ist. Ich weiß gar nicht, warum ich das vorher nicht gemacht habe.

Und noch ein Bequemlichkeitsprodukt, das ich bereits abgeschafft habe: Plastikfolie. Und Alu-Folie gleich dazu. Um Essensreste abzudecken oder angeschnittenes Obst oder Gemüse frisch zu halten, nehme ich Bienenwachstücher (z.B. von Beeskin) die man immer wieder abwaschen und verwenden kann. Und Alu-Folie, sagt man, ist doch eh bedenklich, da die im Essen enthaltene Säure das schädliche Aluminium lösen kann (sofern keine Beschichtung vorhanden ist) und es so über die Nahrungsmittel in unseren Körper gelangt. Aluminium wird nicht ausgeschieden, sondern wie Blei und Quecksilber eingelagert.

Foto: beeskin.com

Benutzt umweltschonende Putzmittel. Die Produkte der Marke Frosch sind nicht nur öko in der Zusammensetzung, die Flaschen sind auch noch zu 100% aus recyceltem Plastik hergestellt. Und: Der Spiritus Glasreiniger von Frosch wurde 2018 als einziges Produkt mit „sehr gut“ (1,5) Testsieger bei der Stiftung Warentest.

Foto: PR

Wer es sich leisten kann, ein paar mehr Cent auszugeben: Bezieht Ökostrom. Der wird klimafreundlich gewonnen. Wenn man wirklich auf jeden Cent achten muss, dann ist auch folgender Tipp gut: Alles was auf Standby steht – also alle Elektrogeräte, wo dich ein roter (blauer etc) Punkt anleuchtet, frisst Strom. Also alles ausschalten bis nix mehr leuchtet. Oder Stecker ziehen.

Auch ein starker Stromfresser: Netflix! Also jetzt nicht Netflix per se, sondern das Streamen über den Fernseher zieht massig Strom. Wenn man nach 10 Minuten vor dem Fernseher wegnickt während „Jane the Virgin“ läuft, zahlt man selbst, und auch die Umwelt. Dann lieber ins Bett gehen, wenn man eh schläft, und nicht erst nach drei Stunden auf der Couch hochschrecken. Dem Energieversorger E.on zufolge beträgt der jährliche Stromverbrauch, der beim weltweiten Streaming momentan anfällt, rund 200 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht etwa der Menge Ökostrom, die in Deutschland im gesamten Jahr 2018 produziert wurde. Über das Tablet streamen ist übrigens energieschonender, falls das eine Option für euch ist.

Noch ein starker Energiefresser ist übrigens der Wasserkocher. Der war und ist bei uns oft im Einsatz, weil ich viel Tee trinke, und meine Tochter immer noch eine Flasche am Abend will. Wichtig: Immer nur soviel Wasser kochen, wie man braucht. Ich habe den Kocher so oft gedankenlos angeschaltet, ohne je zu schauen, wie viel Wasser da eigentlich drin ist.

Ein Tipp nach meinem Geschmack: Lieber die Spülmaschine das Geschirr waschen lassen, als selbst Hand anzulegen! Ein Spülmaschinengang benötigt ca. 15 Liter Wasser, beim Handabwasch fallen bei der gleichen Geschirrmenge 46 Liter an. Bonuspunkte, wenn du auch noch öfters ein energiesparendes Kurzprogramm wählst und Öko-Spültabs (z.B. Limonen Geschirrspültabs von Frosch) verwendest.

Foto: Echte Mamas

Apropos Waschen: Auch da kann man die Umwelt schonen. Und zwar nicht nur, wenn man indische Waschnüsse (hat die schon mal jemand probiert, und die Wäsche ist wirklich sauber geworden?) statt Waschmittel benutzt. Mittlerweile gibt es viele Öko-Waschmittel, die wie die Waschmittel von Frosch schnell biologisch abbaubar, frei von Phosphat, Borat, Formaldehyd, EDTA, halogenorganischen Verbindungen und Mikroplastik sind. Apropos – Mikroplastik entsteht beim Waschen übrigens auch durch die Kleidung selbst. Die vielen kleinen Mikroplastikpartikel, die aus synthetischen Fasern herausgewaschen werden, sind ein riesiges Problem. Die Lösung: Ein Waschbeutel (z.B. von Guppyfriend), in den man die Wäsche packt, bevor sie in die Maschine kommt. Benutzt das mal, und ihr werdet erschrocken sein, was da alles in der Umwelt, im Meer, dann im Fischmagen oder Meersalz und irgendwann wieder auf unserem Teller und in unserem Körper gelandet wäre.

Man kann auch einfach mehr Naturfaser-Kleider (am besten natürlich aus Bio-Baumwolle) kaufen.

 

Foto: PR

Der Wäschetrockner ist übrigens nicht nur ein Energiefresser (etwa einen Euro kostet jeder Trocknerdurchgang), sondern löst ebenfalls viel Mikroplastik aus den Kleidern.

Es gibt viel Kosmetik, die Mikroplastik enthält. Und nein, es geht nicht nur um die kleinen sichtbaren Peelingkörnchen, auch in Duschgelen, Bodylotionen und vielen anderen Produkten kann sich Mikroplastik verstecken. Wir benutzen mittlerweile nur noch Bio-Duschgel oder Bodycremes, denn alles, was ich mir so großflächig auf meinen Körper reibe, sollte mich und die Umwelt nicht krank machen. Kleiner Tipp: Die Marke Frosch bietet auch naturnahe Produkte in Form von Duschgelen und Handseifen an, die definitiv frei von Mikroplastik und Parabenen, Farbstoffen und tierischen Inhaltsstoffen, sowie EDTA und Mineralöl sind.

Foto: PR

Weil wir alle ja Mamas sind: Der Windelmüll, den unsere Kinder produzieren, ist enorm. Leider braucht eine Windel etwa 500 Jahre um zu verrotten. „Glücklicherweise“ wird bei uns der meiste (Windel-)Müll verbrannt, aber für wen es infrage kommt: Es schadet nicht, sich über das Thema Abhalten und Stoffwindeln zu informieren. Vielleicht ist es ja doch etwas für euch, ich zumindest wusste weder von dem einen, noch dem anderen etwas als mein Baby noch klein war. Stoffwindeln waren für mich etwas, mit dem ich gewickelt wurde, weil es nichts anderes gab, und über Abhalten habe ich das erste Mal gelesen, als ich auf Pinterest etwas völlig anderes gesucht habe.

1,9 Millionen Plastikflaschen werden stündlich(!) in Deutschland verbraucht. Bitte macht da nicht mit. Ganz zu schweigen davon, dass das Wasser auch nicht besser schmeckt, wenn es aus einer französischen Quelle kommt. (Ich habe mal einen Test mit verbundenen Augen gemacht, weil ich hätte schwören können, ich schmecke den Unterschied. War dann doch nicht so.) Eigentlich braucht man gar kein Wasser in Flaschen, zumindest nicht zu Hause – das Leitungswasser aus dem Hahn ist in Deutschland das meist kontrollierte Lebensmittel. Für unterwegs ist mittlerweile eine coole Glasflasche mit Henkel doch eh das Hipster-Accessoire schlechthin geworden.

 

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Noch besser ist es, wenn man auch den Mehrweg-to-Go-Becher nimmt, statt ungefähr 5 Minuten einen Coffee-Shop-Kaffee zu trinken, und den Becher dann wegzuschmeißen. Der mag zwar aus Pappe sein, aber habt ihr schon mal überlegt, warum der Becher dann nicht von der Feuchtigkeit durchtränkt wird? Auch nach Stunden nicht? Genau, weil in seinem Inneren eine dünne Plastikschicht ist, die das verhindert. Aber dadurch kann der Becher auch größtenteils nicht recycelt werden.
Meist spart man auch noch Geld, wenn man mit Mehrweg-Becher kommt.

 

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Reduce, reuse, recycle: DER ERSTE MUTTERLAND MEHRWEGBECHER IST DA. 100% recycelbar – aus nachwachsenden Rohstoffen und bis zu 40% aus recyceltem Kaffeesatz. „Made in Germany“, frei von Weichmachern, Design Award Gewinner in der Kategorie „Best Materials“ und nachhaltig und fair! #mutterland #madeingermany #weducer #weducercup #kaffeeform #kaffeesatzbecher #nachhaltigkeit #bewussterleben #umweltfreundlich #recycle #recycling #recyclable #reducereuserecycle #noplastic #reuseable #wertstoffe #umweltschutz #klimaschutz #hamburgcoffeefestival #hamburgcoffeeguide #hamburgcoffee

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Ja, das sind alles Kleinigkeiten, die sollen jetzt die Welt retten? Es kann nicht jeder von uns das nächste „Ocean-Clean-up“-Projekt erfinden. Tut nicht nichts, weil ihr glaubt, es bringt ja eh nix. Nichts ist umsonst, und wenn Millionen Menschen viele Kleinigkeiten tun, um der Umwelt zu helfen, hat das auch einen riesigen Effekt. Und wenn ihr könnt, tut noch mehr. Fahrt weniger Auto, benutzt eher die Bahn als das Flugzeug. Spart Energie, esst weniger Fleisch. Es gibt so viele Wege. Tut, was euch möglich ist. Für unsere Kinder <3

Foto: Bigstock

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